Long COVID-News

Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.

Forschung

Eine COVID-19-Impfung bleibt auch in der Saison 2026/27 für Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko relevant. Gleichzeitig hat die Ständige Impfkommission (STIKO) im Juli 2026 ihre Empfehlungen an die inzwischen hohe Grundimmunität in der Bevölkerung angepasst.

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Forschung, Politik

Mit der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen hat die Bundesregierung Anfang 2026 ein auf zehn Jahre angelegtes Forschungsprogramm gestartet. Insgesamt sollen 500 Millionen Euro in die Erforschung postinfektiöser Erkrankungen investiert werden.

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Forschung

RECOVER: Aktuelles aus der Long-COVID-Forschung

Das Forschungsnetzwerk RECOVER der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH)  veröffentlicht einmal pro Quartal ein Research Update mit aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten aus seinem Forschungsprogramm. Im September geht es unter anderem um körperliche Leistungsfähigkeit und Aktivität bei Long COVID, die Erkennung der Erkrankung anhand von Gesundheitsdaten sowie darum, wie gut Fragebögen die Perspektive von Betroffenen erfassen. Weitere Arbeiten beschäftigen sich mit möglichen biologischen Mechanismen von Long COVID, etwa Autoantikörpern und neurologischen Symptomen. Das Update bietet einen kompakten Einblick in unterschiedliche Bereiche der aktuellen Forschung – von Fragen der Diagnostik und Versorgung bis hin zur Grundlagenforschung.

Zum aktuellen RECOVER Forschungs-Update:
https://recovercovid.org/news/recover-research-update-september-2026

Forschung

POTS, Long COVID und Autoimmun-Erkrankungen: Was die Forschung untersucht

POTS (Posturales Tachykardiesyndrom) und Long COVID weisen teilweise ähnliche Beschwerden und Veränderungen des autonomen Nervensystems auf. Ein Artikel im National Geographic geht der Frage nach, welche Rolle dabei das Immunsystem spielen könnte. Der Beitrag stellt aktuelle Forschung zu Autoantikörpern, autonomer Dysfunktion und möglichen immunologischen Mechanismen vor und berichtet über Therapieansätze wie Immunglobuline und andere Immuntherapien. Als Autoimmunerkrankungen würden POTS oder Long COVID nach Einschätzung der Autorin vermutlich auch künftig nicht eingestuft: Die Krankheitsbilder seien dafür zu individuell und unterschiedlich. Die Forschung zu den beteiligten Immunmechanismen könnte aber neue Therapieansätze eröffnen.

Zum Artikel: https://www.nationalgeographic.com/health/article/pots-long-covid-autoimmune 

Forschung

Überblicksstudie: Wie Long COVID auf Gehirn und Psyche wirkt

Long COVID kann sich unter anderem in Form von Brain Fog, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, Schlafstörungen oder psychischen Beschwerden zeigen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit hat 271 Publikationen aus den Jahren 2020 bis 2024 zu langfristigen Folgen einer COVID-19-Infektion ausgewertet und sich dabei insbesondere mit neuropsychiatrischen Symptomen wie Brain Fog, Fatigue oder Angstzuständen beschäftigt. Die Autor*innen diskutieren verschiedene mögliche ursächliche Mechanismen – darunter eine anhaltende Aktivierung des Immunsystems, Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke, Durchblutungsstörungen oder einen sogenannten Zytokin-Sturm, bei dem der Körper eine große Zahl an entzündungsfördernden Botenstoffen ausschüttet. Ein Fazit: Da es bislang keine spezifischen Biomarker gibt, bleibt die Diagnose eine klinische Herausforderung – umso wichtiger sei ein multidisziplinärer Blick auf Betroffene.

Zur Studie: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11943530/ 

Zu einem einordnenden Artikel: DocCheck: Long COVID im Kopf? (https://www.doccheck.com/de/detail/articles/53601-long-covid-im-kopf)

Forschung

Wenn COVID-19 andere Viren reaktiviert

Eine in Nature veröffentlichte Studie aus den USA hat Hinweise dafür gefunden, dass eine SARS-CoV-2-Infektion auch andere bereits im Körper vorhandene Viren reaktivieren kann. Die Forschenden untersuchten Daten von 1.154 hospitalisierten COVID-19-Patient*innen, die über den Krankheitsverlauf hinweg wiederholt erhoben wurden. Während der akuten Erkrankung stellte man eine verstärkte Aktivität verschiedener Viren fest, darunter von Herpesviren und weit verbreiteten, sogenannten Anelloviren. Die Virusreaktivierung war mit der Schwere der Erkrankung und Veränderungen der Immunantwort verbunden. Bei einem Teil der Patient*innen blieb die virale Aktivität auch während der Genesungsphase bestehen. Zudem fanden die Forschenden einen Zusammenhang zwischen Anelloviren und Long COVID. Ob die Virusreaktivierung selbst zur Entstehung oder Aufrechterhaltung von Long COVID beiträgt, lässt die Studie allerdings offen.

Zur Studie: Virus reactivation in acute and long COVID-19 – https://www.nature.com/articles/s41586-026-10740-z

Zum einordnenden Artikel: Ärzteblatt: Reaktivierung chronischer Viren könnte mit Verlauf von COVID-19 assoziiert sein (https://www.aerzteblatt.de/news/reaktivierung-chronischer-viren-konnte-mit-verlauf-von-covid-19-assoziiert-sein-25ae5190-1840-4506-bfdf-0fd92f4c4133)

Forschung

Immunadsorption bei Post-COVID: Autoantikörper entfernt, Beschwerden nicht verbessert

Eine Immunadsorption, auch als Blutwäsche bezeichnet, hat bei Menschen mit Post-COVID zwar bestimmte Autoantikörper im Blut deutlich reduziert, die Beschwerden aber nicht stärker gelindert als eine Scheinbehandlung. Das zeigt die randomisierte IAMPOCO-Studie der Universitätsmedizin Mainz mit 40 Teilnehmenden. Bei der Immunadsorption werden Autoantikörper aus dem Blut entfernt. Untersucht wurden dabei unter anderem Autoantikörper gegen bestimmte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR). Obwohl diese durch die Behandlung deutlich reduziert werden konnten, zeigte sich kein messbarer Vorteil bei der Veränderung der Symptomschwere gegenüber der Scheinbehandlung. Die Studie zeigt damit, dass die Entfernung dieser Autoantikörper allein nicht zu einer Verbesserung der Beschwerden führt. Welche Rolle die Antikörper bei Post-COVID tatsächlich spielen, bleibt damit offen.

Zur Studie: https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(26)00156-0/fulltext 

Zu einem einordnenden Artikel: DocCheck: Post-COVID: Schluss mit Wischi-Waschi. (https://www.doccheck.com/de/detail/articles/53932-post-covid-schluss-mit-wischi-waschi)

Forschung

Warum Long COVID so vielfältig ist: Immunstörungen, Virusreservoire und Mikrothrombosen – eine Übersichtsarbeit fasst die aktuellen Erkenntnisse zusammen.

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Forschung

Ein aktueller Cochrane-Review liefert neue Erkenntnisse zur ambulanten Behandlung von COVID-19. Das American College of Physicians (ACP) hat darauf basierend seine Praxisempfehlungen aktualisiert – mit wichtigen Hinweisen auch für Deutschland.

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Forschung

Fünf Long COVID-Forschungsprojekte auf Digital Health Messe DMEA

Auf der Messe für Digital Health DMEA wurden fünf Forschungsprojekte vorgestellt, die die Versorgung von Patient*innen mit Long COVID und ME/CFS verbessern sollen. Die Projekte befassen sich mit digitalen Anwendungen in der medizinischen Versorgung. Dazu gehören Wearables, aber auch Datenanalyse-Tools, die gesammelte Daten nutzbar machen, um daraus Erkenntnisse abzuleiten.

U-WaTCH will mit Wearables physiologische Daten von Menschen mit Post-exertioneller Malaise (PEM) sammeln. PROGRESS verwendet Wearables, um Patient*innen in vier Cluster einzuteilen und so Pathomechanismen und Kausalzusammenhänge zwischen Symptomen besser zu verstehen. VALIDATE entwickelt eine telemedizinische Plattform, die Patient*innen eine Ersteinschätzung und Zugang zu einem interdisziplinären Board von Expert*innen ermöglicht. SynoSys analysiert 500.000 Datensätze aus einem Corona-Datenspende-Projekt und sucht nach Verhaltensmustern, Risikofaktoren und Genesungstrends. Detect ME/CFS baut ein “Clinical Decision Support System”, das mit Daten der Charité Berlin und der TU München sowie mit Literaturerkenntnissen gefüllt wird und die Diagnostik verbessern soll.

Diese und weitere Projekte werden vom Bundesgesundheitsministerium mit 80 Millionen Euro gefördert.

Zum Artikel:
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Long-COVID-und-MECFS-Forschung-soll-auch-Diagnostik-und-Versorgung-in-Praxen-erleichtern-462783.html

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