Studie untersucht Long COVID-Symptome nach mildem Corona-Verlauf

Eine Studie des Karolinska-Instituts hat langfristige gesundheitliche Auswirkungen von Menschen untersucht, die nie wegen ihrer COVID-19-Infektion im Krankenhaus waren. Unter denjenigen mit mildem Verlauf, die wegen anhaltender Beschwerden Hilfe suchen, blieben Symptome häufig lange bestehen.
Die Infektion ist überstanden, doch die körperlichen Beschwerden bleiben. Forschende des schwedischen Karolinska-Instituts haben in einer von August 2020 bis Dezember 2024 laufenden Studie 130 Menschen über einen Zeitraum von bis zu 30 Monaten nach ihrer COVID-19-Infektion untersucht. Es zeigte sich, dass auch nach dieser Zeit ein großer Teil noch unter Atemnot, depressiven Symptomen und Fatigue leiden.
Die Teilnehmenden der Studie waren Erkrankte, die Hilfe in der Post-COVID-Ambulanz des Karolinska-Universitätskrankenhauses in Stockholm gesucht haben. Sie wurden dorthin überwiesen oder meldeten sich selbst, weil sie bei sich nach ihrer Infektion Einschränkungen festgestellt hatten. Die Ergebnisse der Studie beziehen sich dementsprechend auf Personen mit Symptomen nach der Infektion und nicht allgemein auf Menschen mit mildem COVID-Verlauf.
Für die Studie wurden Erwachsene ausgewählt, die nie wegen ihrer Infektion in einem Krankenhaus behandelt wurden, die also einen eher milden COVID-Verlauf hatten. Ein Großteil der Teilnehmenden waren Frauen mittleren Alters, die vor ihrer Infektion körperlich aktiv waren.
Die Teilnehmer*innen wurden im Verlauf der Studie zweimal untersucht. Einmal etwa zwölf Monate und ein weiteres Mal 30 Monate nach ihrer Infektion. Es wurden sowohl körperliche Funktionen – zum Beispiel durch Gehtests oder Beinkraftübungen – untersucht als auch der psychische sowie selbst eingeschätzte Gesundheitszustand erfasst.
Das Ergebnis: Etwa die Hälfte der Teilnehmenden litt nach zweieinhalb Jahren noch immer unter schwerer Atemnot und unter Symptomen einer mittelschweren bis schweren Depression. 42 Prozent zeigten in den Bewegungstests eingeschränkte Beinkraft. In den Befragungen zeigte sich, dass Teilnehmende, die zwölf Monate nach Infektion noch mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, wenig Bewegung und depressiven Symptomen zu tun hatten, ihre allgemeine Gesundheit auch nach 30 Monaten eher schlechter einschätzten.
Diese Ergebnisse sollen zu einem tieferen Verständnis der langfristigen Entwicklung von PostCOVID beitragen und dabei unterstützen, durch systematische Nachbeobachtungen jene Betroffenen zu identifizieren, die durch einen schlechten Gesundheitszustand gefährdet sind. Die Verwendung einfacher, klinisch anwendbarer Tools könne ihre Erkennung erleichtern und gezielte Rehabilitationsstrategien ermöglichen.
Zur Studie:
https://link.springer.com/article/10.1186/s12889-026-26532-z
Diesen Beitrag teilen:
Über Telegram teilen
Auf X (Twitter) teilen
Auf WhatsApp teilen
Auf LinkedIn teilen
Per E-Mail teilen
Vielleicht interessiert Sie auch
Details zur Qualitätssicherung der gesundheitsbezogenen Inhalte lesen Sie bitte in unserem Methodenpapier.



