ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom)

Bei ME/CFS spricht man von einer chronischen, neuroimmunologischen Erkrankung, deren Ursachen und Mechanismen bisher noch nicht erforscht sind. Die Krankheit kann die Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken. Auffällig sind dabei vielfältige Beschwerden wie starke Erschöpfung, Schmerzen sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Medikamente oder eine Behandlung, die ME/CFS heilen können, gibt es bisher nicht.

© Sergej Preis und Deutsche Gesellschaft für ME/CFS

Was ist ME/CFS?

Die Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom ist eine schwere neurologische Erkrankung, die meistens durch einen Infekt ausgelöst wird und sich zu einer dauerhaften Erkrankung ausbilden kann. Sie führt dazu, dass bei den Betroffenen die Lebensqualität oft stark eingeschränkt ist. Bereits bei der moderaten Form kann die Wohnung kaum verlassen werden; Aktivitäten sind nur sehr mühsam und mit langen Erholungspausen möglich. Einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen, ist für die meisten nicht mehr möglich. Betroffene einer schweren ME/CFS verbringen die meiste Zeit im Bett und benötigen viel Unterstützung.

Die Symptome von ME/CFS

ME/CFS ist oftmals verbunden mit Beschwerden wie einer schweren Fatigue (einer krankhaften Erschöpfung), ausgeprägten Kopf- oder Muskelschmerzen, kognitiven Störungen, einer Überempfindlichkeit auf Sinnesreize sowie einer Störung des Immunsystems und des autonomen Nervensystems. Abzugrenzen von einer ME/CFS-Erkrankung ist eine sogenannte postinfektiöse Fatigue, die im Rahmen vieler Infektionskrankheiten wochen- bis monatelang anhalten kann.

Hauptmerkmal von ME/CFS ist die „Postexertionelle Malaise“ (PEM), eine ausgeprägte Verstärkung der Beschwerden, die schon nach geringer körperlicher oder geistiger Belastung auftritt. Eine PEM kann erst nach mehreren Stunden oder am Folgetag einsetzen und hält meist bis zum nächsten Tag, oft auch mehrere Tage oder länger an.

Häufig beginnt die Erkrankung nach einer viralen Infektion, wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose), Grippe oder einer COVID-19-Erkrankung. Es wird vermutet, dass Fehlfunktionen des Immunsystems und der Blutgefäße sowie hormonelle und genetische Einflüsse eine Rolle spielen können. Auch körperliche Verletzungen, zum Beispiel infolge eines Unfalls, sowie Umweltschadstoffe werden als Auslöser diskutiert.

© Lea Aring und Deutsche Gesellschaft für ME/CFS

Verbreitung von ME/CFS und Möglichkeiten der Behandlung

Die Häufigkeit von ME/CFS in der Bevölkerung wird in Deutschland auf ca. 0,2 bis 0,4 Prozent geschätzt. Dabei sind Frauen häufiger als Männer von der Krankheit betroffen. Expert:innen gehen davon aus, dass die Anzahl der Betroffenen durch die COVID-19-Pandemie noch einmal deutlich gestiegen ist. Genaue Zahlen liegen bisher nicht vor.

Medikamente oder eine Therapien, die ME/CFS heilen können, gibt es bisher nicht. Jedoch lassen sich Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen oder Kreislaufprobleme behandeln. Bereits bei anderen chronischer Autoimmunerkrankungen oder bei neurologischen Störungen kann eine Pacing-Strategie helfen, die Symptome etwas zu lindern. Ziel dieser Strategie ist es, die individuellen Energiereserven so einzusetzen, dass eine Verschlimmerung der Krankheit verhindert und die Lebensqualität der Patient:innen verbessert werden kann.

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