Forschung

„Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ausgerufen

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt will mit der „Nationalen Dekade“ die Forschung zu Long COVID und ähnlichen Erkrankungen vorantreiben. Über die kommenden zehn Jahre werden 500 Millionen Euro in verschiedene Forschungsprojekte und Studien investiert.

Man wolle ein neues Kapitel aufschlagen in der Erforschung postinfektiöser Erkrankungen, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bei der Pressekonferenz zum Start der Nationalen Dekade. „Wir werden alles tun, um im Rahmen der Dekade und mit allen Partnern die bestmögliche Forschung zu ermöglichen, damit die Behandlungsoptionen entwickelt werden können, die Heilung erlauben oder das Leid der Betroffenen deutlich lindern können.“

Eine Nationale Dekade ist eine Initiative, bei der sich Bund, Länder und andere Partner vornehmen, sich über einen Zeitraum von zehn Jahren gezielt und strategisch für ein bestimmtes Ziel einzusetzen – politisch oder gesellschaftlich. Im Falle der „Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ bedeutet das, dass in den kommenden zehn Jahren in die Forschung zu Long COVID und ähnlichen Erkrankungen investiert werden soll.

500 Millionen Euro sollen über diesen Zeitraum in die Forschung zu Ursachen und Grundmechanismen sowie in neue Diagnose- und Therapieoptionen für Betroffene fließen.

Bei der Pressekonferenz zum Startschuss waren auch Annette Peters, Vorstandsvorsitzende des NAKO e.V., der Leiter der Koordinierungsstelle des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), Ralf Heyder, sowie die Medizinerin Prof. Dr. Maria Vehreschild vom Universitätsklinikum Frankfurt
dabei. Beteiligt sind weitere Partner aus der Gesundheitsforschung, der Patient*innenversorgung, der Betroffenenvertretungen und der Pharmaindustrie.

„Die Nationale Dekade ist eine wichtige Initiative, um Forschung und Versorgung im Bereich von Long COVID konzentriert voranzubringen“, sagt Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.

Für die Ausgestaltung der Nationalen Dekade wurde ein Steuerungskreis zusammengestellt, in den auch die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS berufen wurde. Der Steuerungskreis kam Ende Februar erstmals zusammen. Dabei wurde der Aufbau einer umfangreichen Datenbasis durch Genomsequenzierung, die Stärkung klinischer Therapiestudien und die Einrichtung von drei themenspezifischen Arbeitsgruppen zur fachlichen Unterstützung des Steuerungskreises beschlossen.

Weiterführende Links:

https://www.aerzteblatt.de/news/postinfektiose-erkrankungen-forschungsjahrzehnt-soll-schnell-anlaufen
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2026/01/dekade-postinfekt.html
https://www.mecfs.de/start-der-nationalen-dekade/

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