
Long COVID-News
Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.
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DGPPN und DGPM haben ein gemeinsames Positionspapier zum Post COVID-Syndrom veröffentlicht. Darin wenden sie sich gegen eine Bagatellisierung der Erkrankung und fordern einen interdisziplinären Ansatz in Diagnose, Behandlung und Forschung.
weiterlesenWarum Long COVID so vielfältig ist: Immunstörungen, Virusreservoire und Mikrothrombosen – eine Übersichtsarbeit fasst die aktuellen Erkenntnisse zusammen.
weiterlesenEin aktueller Cochrane-Review liefert neue Erkenntnisse zur ambulanten Behandlung von COVID-19. Das American College of Physicians (ACP) hat darauf basierend seine Praxisempfehlungen aktualisiert – mit wichtigen Hinweisen auch für Deutschland.
weiterlesenVier Wirkstoffe bald im Off-Label-Use erstattungsfähig
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für den Off-Label-Use von vier Wirkstoffen für Betroffene von Long COVID und ME/CFS frei gemacht: Ivabradin bei PoTS (Posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom), wenn Betablocker nicht vertragen werden; Metformin zur Prophylaxe von Long COVID bei Übergewichtigen (BMI >25) sowie Agomelatin gegen Fatigue und Vortioxetin bei kognitiven Beeinträchtigungen und depressiven Symptomen. Gesetzlich versicherte Long COVID-Betroffene können die Medikamente damit auf Rezept erhalten, die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Expert*innen betonen jedoch: Der Off-Label-Use ist eine Übergangslösung – weitere Forschung zu wirksamen Therapien bleibt dringend notwendig.
OECD erwartet bis 2035 weiter Milliardenkosten durch Long COVID
Long COVID wird Gesundheitssysteme und Wirtschaft noch lange belasten: Laut einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) könnten die direkten Gesundheitskosten bis 2035 jährlich bei rund elf Milliarden US-Dollar liegen – hinzu kämen indirekte Kosten durch Arbeitsausfälle und Produktivitätsverluste von bis zu 135 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Der Bericht zeigt aber auch: Lediglich Australien, Österreich, Kanada und die Niederlande haben eine nationale Long COVID-Strategie. Weiterhin mangelt es an einheitlichen Versorgungswegen und Schulungen für medizinisches Personal. Deutsche Long COVID-Initiativen werden indes als vergleichsweise weit fortgeschritten hervorgehoben.
Zum OECD-Report:
https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2026/03/addressing-the-costs-and-care-for-long-covid_e203e3d0/87a0c171-en.pdf
Diabetesverbände empfehlen Fünf-Punkte-Plan für ME/CFS-Betroffene mit Diabetes
Die Behandlung von Menschen mit Diabetes und ME/CFS erfordere gute Kenntnisse über beide Erkrankungen und deren Wechselwirkungen, sagt Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen von der Charité Universitätsmedizin Berlin. Nicht nur könnten sich beide Erkrankungen aufeinander auswirken – Symptome könnten auch fehlinterpretiert werden, etwa wenn Blutzuckerabfälle mit Kreislaufproblemen verwechselt werden. Der Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen deshalb einen Fünf-Punkte-Plan für Betroffene und Versorgende, der die besonderen Gegebenheiten berücksichtigt.
Zur Pressemitteilung der Verbände:
https://www.vdbd.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/2026_05_PM_VDBD_DDG_ME_CFS_und_Diabetes_F.pdf
Bayern richtet „Zentrum für präventive Infektionsmedizin“ ein
Mitte Mai 2026 hat das Bayerische Wissenschaftsministerium die Eröffnung des „Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin“ (BZI) bekannt gegeben. Das Zentrum soll die Infektionsforschung der sechs Unikliniken verbinden und den Freistaat zu einer europäischen Modellregion für moderne Infektionsprävention machen. Forschende sollen Lehren aus der COVID-Pandemie ziehen, aktuelle Erreger beobachten, erfassen und einordnen und auch an Impfstoffen forschen. In einem ersten Sonderprojekt soll auch ein bayernweit harmonisiertes Register zu Long COVID entstehen, in dem Daten und Proben zu Krankheitsverlauf und Versorgung Betroffenener erfasst werden. So sollen in Zukunft eine bessere Diagnostik und Therapiestudien möglich werden. Modellhaft soll das Register auch für andere Folgeerkrankungen nach einer Infektion genutzt werden.
Antidepressivum mildert womöglich Fatigue bei Long COVID
Möglicherweise mildert das Antidepressivum Fluvoxamin Fatigue-Symptome bei Menschen mit Long COVID. Das geht aus einer randomisiert kontrollierten Studie hervor, die an 22 Zentren in Brasilien durchgeführt wurde. Die Untersuchung hat bei 399 Teilnehmer*innen die Wirkung von Metformin und Fluvoxamin mit einem Placebo verglichen. Die Wirkung wurde anhand der „Fatigue Severity Scale“ gemessen, einer validierten 7-Punkte-Likert-Skala zur Messung des Schweregrads von Fatigue. Bei den Teilnehmenden der Fluvoxamin-Gruppe verbesserte sich die Müdigkeit am schnellsten. Bei Metformin konnte keine Wirkung nachgewiesen werden. Die Ergebnisse müssen nun in weiteren Studien mit größeren Teilnehmendenzahlen bestätigt werden. Außerdem müssen neben Fatigue auch weitere Symptome von Betroffenen einbezogen werden.
Zur Studie:
https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/ANNALS-25-03959
ZDF Sendung „MaiThink X“ über Long COVID und ME/CFS
Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim hat in ihrer ZDF-Sendung MaiThink X Long COVID und ME/CFS zum Thema gemacht. Unter dem Titel „Long Covid & ME/CFS – Blackbox der Pandemie“ fasst sie verständlich und anschaulich aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung zusammen, erklärt wichtige Begriffe und lässt Betroffene zu Wort kommen. Diese berichten von ihren Symptomen und von ihren Erfahrungen. Dabei geht es auch um negative Erfahrungen mit Ärzt*innen, die nicht ausreichend über die Erkrankung informiert sind und die Gefahren ungeprüfter alternativer Heilmethoden. Es wird aber auch eine positive Perspektive durch neue Erkenntnisse und Forschung eröffnet. Die Sendung ist auch reizarm als Podcast verfügbar.
Zur Sendung:
https://www.zdf.de/play/shows/mai-think-x-die-show-102/maithink-x-long-covid-mecfs-100
Fünf Long COVID-Forschungsprojekte auf Digital Health Messe DMEA
Auf der Messe für Digital Health DMEA wurden fünf Forschungsprojekte vorgestellt, die die Versorgung von Patient*innen mit Long COVID und ME/CFS verbessern sollen. Die Projekte befassen sich mit digitalen Anwendungen in der medizinischen Versorgung. Dazu gehören Wearables, aber auch Datenanalyse-Tools, die gesammelte Daten nutzbar machen, um daraus Erkenntnisse abzuleiten.
U-WaTCH will mit Wearables physiologische Daten von Menschen mit Post-exertioneller Malaise (PEM) sammeln. PROGRESS verwendet Wearables, um Patient*innen in vier Cluster einzuteilen und so Pathomechanismen und Kausalzusammenhänge zwischen Symptomen besser zu verstehen. VALIDATE entwickelt eine telemedizinische Plattform, die Patient*innen eine Ersteinschätzung und Zugang zu einem interdisziplinären Board von Expert*innen ermöglicht. SynoSys analysiert 500.000 Datensätze aus einem Corona-Datenspende-Projekt und sucht nach Verhaltensmustern, Risikofaktoren und Genesungstrends. Detect ME/CFS baut ein “Clinical Decision Support System”, das mit Daten der Charité Berlin und der TU München sowie mit Literaturerkenntnissen gefüllt wird und die Diagnostik verbessern soll.
Diese und weitere Projekte werden vom Bundesgesundheitsministerium mit 80 Millionen Euro gefördert.