
Long COVID-News
Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.
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Wirkung von Fasten und Kalorienbeschränkung auf Long COVID-Symptome
Ein internationales Team von Forschenden hat im Rahmen einer Literaturstudie Hinweise auf die positive Wirkung von Fasten und Kalorienbeschränkung recherchiert. Beides könnte geeignet sein, um Long COVID-Symptome wie Müdigkeit, kognitive Beeinträchtigungen und chronische Entzündungen zu lindern. In verschiedenen Studien wurde beschrieben, dass Nüchternheit und Kalorienrestriktion systemische Entzündungen reduzieren, die Insulinsensitivität verbessern und die metabolische Gesundheit unterstützen können. Zum Nachweis der Wirksamkeit sowie zur optimalen Dauer, Häufigkeit und Art des Fastens beim Long COVID-Syndrom sind randomisiert kontrollierte Studien notwendig.
Mehr unter: https://academic.oup.com/nutritionreviews/advance-article/doi/10.1093/nutrit/nuaf141/8251944#531589631
Arztbrief zu ME/CFS besser verstehen
Da medizinische Befunde für viele Betroffene kaum oder gar nicht verständlich sind, hat die unabhängige Was hab’ ich? gemeinnützige GmbH in Zusammenarbeit mit Selbsthilfe-Organisationen einen Beispielbefund für ME/CFS entwickelt und diesen in leicht verständlicher Sprache erklärt. Der Bericht ist unter selbst-verstehen.de abrufbar. Die Erklärung kann dazu beitragen, dass Patient*innen ihre Erkrankung besser verstehen und bewusste Entscheidungen für weitere Behandlungen und ihre Gesundheit treffen können.
Mehr unter: https://selbst-verstehen.de/befund/me-cfs
Antiallergisches Nasenspray könnte Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen signifikant senken
In einer Placebo-kontrollierten Studie mit 450 Teilnehmer*innen an der Universität des Saarlandes wurde eine positive Wirkung des Arzneistoffs Azelastin (Antihistaminikum) nachgewiesen. Lediglich 2,2 Prozent infizierten sich mit SARS-CoV-2, während der Anteil in der Gruppe, die ein Placebo-Medikament erhielt, dreimal so hoch war. Auch wurden weniger symptomatische SARS-CoV-2-Verläufe sowie eine insgesamt geringere Anzahl von Atemwegsinfektionen festgestellt. In weiteren Studien sollte nun erforscht werden, ob das Nasenspray für Risikogruppen oder in Hochinzidenzphasen eine einfach zugängliche Ergänzung zu bestehenden Schutzmaßnahmen darstellen könnte.
Zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2838335
Online-Befragung zum Post-COVID-Syndrom
Das Projekt „National Post-COVID Dataset – NAPCODE“ lädt Patient*innen, Angehörige, Forscher*innnen und Mediziner*innen ein, ihre Perspektive auf das Post COVID-Syndrom zu vermitteln. Ziel des Projektes ist, einen Datensatz aufzubauen, um das Post COVID-Syndrom zukünftig weiter erforschen zu können. Dazu werden Einschätzungen zu folgenden beispielhaften Fragen erhoben: „Welche Symptome und Einschränkungen sind relevant?“, „Wie wichtig sind Laborwerte und Impfungen?“ oder „Welche Faktoren sollen künftig stärker erforscht werden?“.
Die Teilnahme an der anonymen Umfrage ist bis 31.12.2025 unter https://survey.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/NAPCODE möglich.
Im Saarland eröffnet 2026 eine Long COVID-Ambulanz für Kinder
Die geplante Long COVID-Ambulanz für Kinder und Jugendliche in Homburg ist Teil des bundesweiten Netzwerks „Pednet LC“. Dieses pädiatrische Netzwerk soll medizinisches Wissen zu Häufigkeit, Diagnostik, Behandlung und Prognose sammeln und in der klinischen Versorgung umsetzen. Auf diese Weise sollen Long COVID, ähnliche postakute Infektions- und Impfsyndrome sowie ME/CFS zukünftig sicherer diagnostiziert und besser therapiert werden können.
Studie bestätigt positive Wirkung von Impfungen und antiviralen Medikamenten zur Vermeidung von Long COVID
In einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie wurden elektronische Krankenakten des US-amerikanischen Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente Southern California ausgewertet. Die Ergebnisse stimmten mit anderen Studien überein, die ein reduziertes Risiko für Long COVID nach einer Impfung ergaben. So lässt sich das Risiko für Long COVID durch bis zu vier Impfungen um 23–36 Prozent verringern. Eine wichtige Erkenntnis ist zudem, dass sich unabhängig von der Anzahl der Impfungen das Risiko für eine Long COVID-Erkrankung noch stärker durch die Medikamente Paxlovid (um 95 Prozent) und Remdesivir (um 69 Prozent) senken lässt.
Zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S221133552500227X#t0015
Hinweis: Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) berichtete im März 2025, dass sich das Risiko für Long COVID bei Erwachsenen mit einer vollständigen Impfung vor der SARS-CoV-2-Infektion um etwa 27 Prozent reduzieren lässt. https://www.long-covid-plattform.de/reduziertes-risiko-fuer-long-covid-durch-covid-19-impfung
Vorschlag für serotonerge Psychedelika zur Behandlung von Long COVID
Seit längerem wird geforscht, ob ein Serotoninmangel an der Entstehung von Long COVID beteiligt sein könnte (siehe Ärzteblatt). Auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche schlussfolgert nun ein internationales Forschungsteam, dass serotonerge Psychedelika (mit dem Botenstoff Serotonin) zur Linderung von Long COVID-Symptomen beitragen könnten. Die Hypothese ist, dass diese Wirkstoffe bei Gefäßveränderungen, Geruchsstörungen, Schlafproblemen, kognitiven Einschränkungen oder auch psychischen Einschränkungen eingesetzt werden könnten. Weitere Forschung ist notwendig, um robuste klinische Daten über die Wirkung von serotonergen Psychedelika bei Long COVID zu gewinnen.
Zur Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0278584625000338
Videosprechstunden als Alternative zum Praxisbesuch möglich
Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen können seit 1. April 2025 bis zu 50 Prozent ihrer Patient*innen pro Quartal online behandeln – unabhängig davon, ob die Patient*innen zuvor persönlich in der Praxis waren. Die Videosprechstunde kann flexibel in allen Fällen genutzt werden, in denen sie es für therapeutisch sinnvoll halten. Es muss für die Patient*innen, die sie in der Videosprechstunde versorgen, jedoch eine Anschlussbehandlung sichergestellt werden – entweder durch einen zeitnahen Termin in der Praxis, eine Überweisung zu einem Facharzt oder die Einweisung in ein Krankenhaus. Bis auf Laborärzte, Pathologen und Radiologen können alle Arztgruppen die Videosprechstunde anbieten.
Mehr unter: https://www.kbv.de/praxis/digitalisierung/anwendungen/videosprechstunde
Long COVID führt zu mehr Arbeitsbelastung und Finanzproblemen
In einer Multicenter-Kohortenstudie aus den USA mit 3663 Teilnehmenden berichten Long COVID-Betroffene von Arbeitsbeeinträchtigungen an durchschnittlich mehr als einem Tag pro Woche. Gleichfalls sind sie mit einer höheren wirtschaftlichen Belastung konfrontiert: Menschen mit Long COVID hatten ein rund 5-mal höheres Risiko für Finanzprobleme im Vergleich zu denen, die noch nie an Long COVID erkrankten. Bemerkenswert ist auch, dass bei der Gruppe der geimpften Long COVID-Betroffenen sowohl in punkto Arbeitsbelastung als auch bei finanziellen Problemen niedrigere Raten nachgewiesen wurden. Diese Erkenntnis erweitert die vorteilhafte Rolle der Impfung um den Nutzen bei Finanzen und Beruf.
Zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2837447
Post COVID-Studie in Oldenburg zu neurokognitiven Symptomverläufe im täglichen Leben (COVISION)
Untersucht wird, wie sich verschiedene Symptome über den Tages- und Wochenverlauf bei Menschen mit Post COVID-Syndrom verändern. Ein besonderes Augenmerk wird auf kognitive Symptome (z.B. Verschlechterung des Gedächtnisses oder der Aufmerksamkeit) sowie Fatigue gelegt. Die Patient*innen erwarten 3 Videotelefonate mit Erklärungen und Testungen (je ca. 30 Minuten), kurze Fragebögen und kognitive Tests via Smartphone (je ca. 10 min, 2 x täglich, 14 Tage) sowie 2 Online-Fragebögen (ca. 30 min). Teilnehmende erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro. Interessierte melden sich über covision@uol.de oder telefonisch montags 16:30 – 17:00 Uhr oder freitags 10:00 – 10:30 Uhr an unter 0441 798 5125.
Mehr unter uol.de/cofoni-covision.