Long COVID-News

Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.

Versorgung

Bayern richtet „Zentrum für präventive Infektionsmedizin“ ein

Mitte Mai 2026 hat das Bayerische Wissenschaftsministerium die Eröffnung des „Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin“ (BZI) bekannt gegeben. Das Zentrum soll die Infektionsforschung der sechs Unikliniken verbinden und den Freistaat zu einer europäischen Modellregion für moderne Infektionsprävention machen. Forschende sollen Lehren aus der COVID-Pandemie ziehen, aktuelle Erreger beobachten, erfassen und einordnen und auch an Impfstoffen forschen. In einem ersten Sonderprojekt soll auch ein bayernweit harmonisiertes Register zu Long COVID entstehen, in dem Daten und Proben zu Krankheitsverlauf und Versorgung Betroffenener erfasst werden. So sollen in Zukunft eine bessere Diagnostik und Therapiestudien möglich werden. Modellhaft soll das Register auch für andere Folgeerkrankungen nach einer Infektion genutzt werden.

Zum Artikel:
https://www.aerzteblatt.de/news/wie-ein-neues-zentrum-gegen-pandemien-helfen-soll-ac6bf898-701e-4125-aee4-3df78e18a43d

Behandlung

Antidepressivum mildert womöglich Fatigue bei Long COVID

Möglicherweise mildert das Antidepressivum Fluvoxamin Fatigue-Symptome bei Menschen mit Long COVID. Das geht aus einer randomisiert kontrollierten Studie hervor, die an 22 Zentren in Brasilien durchgeführt wurde. Die Untersuchung hat bei 399 Teilnehmer*innen die Wirkung von Metformin und Fluvoxamin mit einem Placebo verglichen. Die Wirkung wurde anhand der „Fatigue Severity Scale“ gemessen, einer validierten 7-Punkte-Likert-Skala zur Messung des Schweregrads von Fatigue. Bei den Teilnehmenden der Fluvoxamin-Gruppe verbesserte sich die Müdigkeit am schnellsten. Bei Metformin konnte keine Wirkung nachgewiesen werden. Die Ergebnisse müssen nun in weiteren Studien mit größeren Teilnehmendenzahlen bestätigt werden. Außerdem müssen neben Fatigue auch weitere Symptome von Betroffenen einbezogen werden.

Zur Studie:
https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/ANNALS-25-03959

Zum Artikel:
https://www.aerzteblatt.de/news/antidepressivum-konnte-fatigue-bei-long-covid-mildern-e0513b93-06a2-4602-a5c8-8422839bd638

Veranstaltung

ZDF Sendung „MaiThink X“ über Long COVID und ME/CFS

Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim hat in ihrer ZDF-Sendung MaiThink X Long COVID und ME/CFS zum Thema gemacht. Unter dem Titel „Long Covid & ME/CFS – Blackbox der Pandemie“ fasst sie verständlich und anschaulich aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung zusammen, erklärt wichtige Begriffe und lässt Betroffene zu Wort kommen. Diese berichten von ihren Symptomen und von ihren Erfahrungen. Dabei geht es auch um negative Erfahrungen mit Ärzt*innen, die nicht ausreichend über die Erkrankung informiert sind und die Gefahren ungeprüfter alternativer Heilmethoden. Es wird aber auch eine positive Perspektive durch neue Erkenntnisse und Forschung eröffnet. Die Sendung ist auch reizarm als Podcast verfügbar.

Zur Sendung:
https://www.zdf.de/play/shows/mai-think-x-die-show-102/maithink-x-long-covid-mecfs-100

Forschung

Fünf Long COVID-Forschungsprojekte auf Digital Health Messe DMEA

Auf der Messe für Digital Health DMEA wurden fünf Forschungsprojekte vorgestellt, die die Versorgung von Patient*innen mit Long COVID und ME/CFS verbessern sollen. Die Projekte befassen sich mit digitalen Anwendungen in der medizinischen Versorgung. Dazu gehören Wearables, aber auch Datenanalyse-Tools, die gesammelte Daten nutzbar machen, um daraus Erkenntnisse abzuleiten.

U-WaTCH will mit Wearables physiologische Daten von Menschen mit Post-exertioneller Malaise (PEM) sammeln. PROGRESS verwendet Wearables, um Patient*innen in vier Cluster einzuteilen und so Pathomechanismen und Kausalzusammenhänge zwischen Symptomen besser zu verstehen. VALIDATE entwickelt eine telemedizinische Plattform, die Patient*innen eine Ersteinschätzung und Zugang zu einem interdisziplinären Board von Expert*innen ermöglicht. SynoSys analysiert 500.000 Datensätze aus einem Corona-Datenspende-Projekt und sucht nach Verhaltensmustern, Risikofaktoren und Genesungstrends. Detect ME/CFS baut ein “Clinical Decision Support System”, das mit Daten der Charité Berlin und der TU München sowie mit Literaturerkenntnissen gefüllt wird und die Diagnostik verbessern soll.

Diese und weitere Projekte werden vom Bundesgesundheitsministerium mit 80 Millionen Euro gefördert.

Zum Artikel:
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Long-COVID-und-MECFS-Forschung-soll-auch-Diagnostik-und-Versorgung-in-Praxen-erleichtern-462783.html

Recht

Urteil: Gesetzliche Krankenkassen müssen bestimmte Präparate für Chronisches Fatigue Syndrom bezahlen

Ein 59-Jähriger mit Chronischem Fatigue-Syndrom hat vor dem Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen gegen seine gesetzliche Krankenkasse geklagt. Er hatte die Bewilligung einiger Medizinprodukte, Medikamente, Nahrungsergänzung- und Naturheilmittel beantragt und war damit bei seiner Versicherung aus unterschiedlichen Gründen gescheitert – etwa weil die Produkte nicht im Leistungskatalog enthalten, nicht für seine Erkrankung zugelassen, nicht apothekenpflichtig oder nicht verschreibungspflichtig waren. Oder weil die medizinisch-wissenschaftlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Das Gericht hat die Kasse zur Übernahme eines großen Teils der beantragten Präparate verpflichtet. Ausschlaggebend waren ein Sachverständigengutachten und die Tatsache, dass der Betroffene sich aufgrund der Schwere der Erkrankung in einer hoffnungslosen Lage befinde. Aus diesem Grund reiche eine medizinische Mindestevidenz aus, entschied das Gericht.

Zum Artikel:
https://www.deubner-recht.de/news/sozialrecht/details/artikel/gkv-leistungen-bei-chronischem-fatigue-syndrom.html

Forschung

Neue Erkenntnisse zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen

Im Mai 2026 hat ein internationales Forschungsteam eine Studie im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht, die Long COVID bei Kindern und Jugendlichen aus biologischer Perspektive beleuchtet. Für die Studie wurden 74 Kinder und Jugendliche mit schwerem Long COVID sowie eine Kontrollgruppe über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren untersucht. Ein zentrales Ergebnis: Die Forschenden fanden messbare biologische Unterschiede (Untergruppen) zwischen den Betroffenen, abhängig davon, wie lange sie schon erkrankt waren, ob sie zuvor das Pfeiffersche Drüsenfieber hatten und welche Immunmarker ihr Blut zeigte. Die identifizierten biologischen Muster könnten künftig als Prognosen für den Krankheitsverlauf genutzt werden mit dem Ziel, Kinder mit Long COVID besser an ihre individuellen Voraussetzungen angepasst zu behandeln.

Zur Studie:
https://www.nature.com/articles/s41467-026-72224-y


Zum Artikel:
https://www.aerzteblatt.de/news/long-covid-bei-jungen-menschen-ist-keine-einheitliche-erkrankung-2e5e1714-91fa-41d7-81be-ca699fe1fdf7

Studienteilnahme

Studie in Erlangen untersucht Ursachen und Diagnosemöglichkeiten postinfektiöser Erschöpfungssyndrome bei Kindern und Jugendlichen

Die PRISMS-Studie (Pediatric Research on Immune Signatures in ME/CFS & Post COVID/-VAC Patients) der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen erforscht Ursachen und Diagnostikmöglichkeiten bei postinfektiösen Erschöpfungssyndromen. Im Fokus stehen Störungen der Mikrozirkulation und schädigende Antikörper, die möglicherweise die Erkrankung beeinflussen. Zur Studie gehört eine umfassende Diagnostik mit Blutentnahmen, körperlichen Untersuchungen sowie nicht-invasiven Augenuntersuchungen. Die Teilnahme ist für leicht bis moderat Betroffene an einem Tag möglich, für schwerer Betroffene kann die Untersuchung auf bis zu drei Tage verteilt werden. Ziel der Studie ist die Entwicklung eines klinischen und diagnostischen Testpakets, das durch objektivierbare Kriterien die Diagnose fassbarer und sichtbarer macht.

Interessierte melden sich mit dem Stichwort „PRISMS“ unter recover.au@uk-erlangen.de

Studienteilnahme

EMOPROM-Projekt sucht Teilnehmer*innen für Online-Befragung

EMOPROM ist eine Langzeitstudie, die von vier Universitätskliniken durchgeführt wird. Ziel ist es, Diagnostik und symptomatische Behandlung von Post-COVID-Betroffenen zu verbessern. Ein Teilprojekt untersucht nun in einer Befragung, wie sich die Symptome über den Zeitraum von 18 Monaten entwickeln und wie sie die Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und körperliche und psychische Gesundheit beeinflussen. Außerdem werden Erfahrungen in Diagnostik und Behandlung abgefragt. Die Befragungen werden online zu vier Messzeitpunkten durchgeführt.

Kontakt über Stephan Frisch oder Sandra Hillebrecht (emoprom.psychosomatik@uniklinik-ulm.de)

Mehr Informationen:
https://www.psychosomatik.uk-erlangen.de/forschung/forschungsprojekte/emoprom/emoprom-studieninformationen/#c104814

Studienteilnahme

Online-Umfrage zur sexuellen Funktion und Zufriedenheit bei Menschen mit Long COVID

Der Long-COVID-Versorgungsdienst des Centre Hospitalier Neuropsychiatrique (CHNP) in Luxemburg führt eine Online-Umfrage zur sexuellen Funktion und Zufriedenheit von Menschen mit Long COVID durch. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen von Long COVID auf die sexuelle Gesundheit besser zu verstehen und damit zur wissenschaftlichen Erkenntnis beizutragen sowie die Entwicklung zukünftiger Unterstützungsangebote und gesundheitlicher Interventionen zu fördern. Die Teilnahme erfolgt anonym und online. Die Umfrage ist in fünf Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch.
 

Zur Umfrage: https://form.dragnsurvey.com/survey/r/28674bbb

Studienteilnahme

TRIBAL-Studie sucht Teilnehmer*innen für trainingsbasierte Long-COVID-Therapie

Die TRIBAL-Studie (individualisert-trainingsbasierte Behandlung von Long-COVID) des S.P.O.R.T. Instituts entwickelt in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln ein individuelles, stufenspezifisches Trainingsprogramm, um Fatigue, Wohlbefinden und Lebensqualität von Long COVID-Betroffenen zu verbessern. Ziel ist es, durch ein personalisiertes Trainingskonzept die Symptome zu reduzieren und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern. Erste Ergebnisse zeigen bereits eine signifikante Verbesserung des Allgemeinzustands der Teilnehmenden. Die Therapie kann direkt am S.P.O.R.T. Institut in Overath (nahe Köln) oder bei zertifizierten Partner-Praxen in ganz Deutschland begonnen werden.

Mehr Infos: https://www.sportinstitut.net/haeufige-fragen/tribal-long-covid-therapie

Interessierte wenden sich an info@sportinstitut.net oder telefonisch an 02204 – 50 89 740

1 2 3 4 … 28 29