Long COVID-News

Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.

Forschung

Forscher*innen aus Shanghai haben in einem Kommentar in der Fachzeitschrift „Frontiers in Medicine“ aktuelle Erkenntnisse zu Long COVID analysiert. Die Grundfrage: Welche biologischen Mechanismen treiben die Erkrankung voran und welche Therapieansätze werden derzeit erforscht?

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Rehabilitation

Mediziner*innen schätzen Möglichkeiten und Grenzen von Reha bei ME/CFS ein

In einem Artikel des Deutschen Ärzteblatts geben mehrere Mediziner ihre Einschätzung zur Wirksamkeit von Reha bei ME/CFS ab. Dabei wird deutlich, dass klassische Rehabilitationsansätze an Grenzen stoßen: Insbesondere belastungssteigernde Therapien können Symptome verschlechtern, da bereits geringe Anstrengung zu massiven Einbrüchen führen kann. Entsprechend plädieren Fachleute für große Vorsicht und individuell angepasste Konzepte. Zugleich wird die unzureichende Evidenzlage betont – und der Bedarf an besserer Forschung und Versorgung hervorgehoben.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/archiv/rehabilitation-ist-eine-reha-bei-me-cfs-sinnvoll

Recht

COVID-19-Erkrankungen werden in vielen Fällen als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt

Etwa 63 Prozent der als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit gemeldeten COVID-19-Fälle wurden auch als solche anerkannt. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Anlass für die Information war eine Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag. Voraussetzung für die Anerkennung ist ein klarer beruflicher Zusammenhang zur Infektion mit dem Coronavirus – zum Beispiel durch engen Kontakt mit infizierten Personen im Arbeitsumfeld. Besonders betroffen sind davon Menschen, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten.

Zum Artikel:https://www.aerzteblatt.de/news/hohe-anerkennungsrate-von-covid-19-erkrankungen-als-berufskrankheit-oder-arbeitsunfall

Veranstaltung

Bericht vom ersten LongCARE-Symposium: Fortschritte bei Forschung und Versorgung von Long COVID

Im Januar fand das erste LongCARE-Symposium statt. 160 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Klinik und Versorgungsforschung kamen zusammen, um über aktuelle Erkenntnisse zu Long und Post COVID und ME/CFS zu diskutieren. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnete die Veranstaltung. Im Zentrum standen unter anderem neue Ansätze zur Falldefinition, etwa durch Biomarker oder genetische Faktoren – und die Bedeutung der Verknüpfung verschiedener Datenquellen. Außerdem stellten mehr als 30 seit 2024 vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Forschungsprojekte erste Ergebnisse vor. Deutlich wurde aber auch, dass es trotz Fortschritten weiterhin große Versorgungslücken gibt und evidenzbasierte Therapieempfehlungen fehlen.

Zum Bericht: https://www.longcare.tmf-ev.de/longcare-news/longcare-symposium-2026-pressemitteilung

Forschung

Long COVID und ME/CFS: Stigmatisierung überwinden – Krankheit ernst nehmen

Menschen mit Long COVID und ME/CFS kämpfen oft nicht nur mit den Symptomen, sondern auch mit Stigmatisierung und der Psychologisierung ihrer Erkrankung. Dass sich Betroffene gegen die Psychologisierung wehren – also dagegen, dass ihre Symptome nur mit psychischen Ursachen erklärt werden – liegt laut der Psychologin Ronja Büchner (Uni Leipzig) aber nicht daran, dass psychische Erkrankungen allgemein stigmatisiert werden. Beim Kongress der Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde verweist sie auf Ergebnisse einer noch unveröffentlichten Befragung, aus der hervorgeht, dass die Ablehnung der Psychologisierung und das allgemeine Stigma von psychischen Erkrankungen in keinem Zusammenhang stehen.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/news/long-covid-und-mecfs-diskussion-um-stigmatisierung-und-krankheitsgenese

Forschung

Gerinnungsstörungen nach Impfung liegt an fehlgeleitetem Immunsystem

In seltenen Fällen kann eine vektorbasierte COVID-19-Impfung zu Gerinnungsstörungen führen, der sogenannten vakzin-induzierten Immunthrombozytopenie und Thrombose, kurz VITT. Ein internationales Team um Jing Jing Wang von der Flinders University in Adelaide, Australien, hat nun herausgefunden, dass ein fehlgeleitetes Immunsystem für die Entstehung einer VITT verantwortlich ist. Eine VITT kann entstehen, wenn Menschen wiederholt Adenoviren ausgesetzt sind – durch Impfung oder Infektion. Allerdings entstehe diese nur bei Menschen, die eine spezifische, vererbbare Version eines bestimmten Antikörpergens tragen. Die Ergebnisse könnten helfen, sicherere Adenovirusvektor-basierte Impfstoffe zu entwickeln.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/news/mechanismus-hinter-vitt-nach-coronaimpfung-aufgezeigt

Recht

Teilerfolg einer Klage gegen Astrazeneca nach Coronaimpfung

Eine Zahnärztin hatte geklagt, nachdem sie nach ihrer Impfung mit einem Astrazeneca-Impfstoff auf einem Ohr nicht mehr hören konnte. Sie ist überzeugt, dass die Impfung die Ursache für den Hörverlust war und fordert von Astrazeneca Auskunft zu Wirkungen und Nebenwirkungen des Impfstoffs und zudem Schadensersatz. Bislang war sie mit ihrer Klage nicht erfolgreich. Jetzt hat der Bundesgerichtshof ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz aufgehoben. Letzteres hatte zuvor auf das laut Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) „positive Nutzen-Risiko-Verhältnis“ verwiesen. Nun muss die Klage neu verhandelt und geprüft werden.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/news/teilerfolg-fur-klage-gegen-astrazeneca-nach-coronaimpfung

Politik

Bundesgesundheitsministerin Warken will Long-COVID-Betreuung für Jugendliche ausweiten

Nicht nur Erwachsene sind von Long COVID betroffen: Auch Kinder und Jugendliche leiden noch lange nach einer COVID-Infektion unter Beschwerden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will nun die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID ausbauen. Dafür soll ein breites Netz entstehen, das junge Menschen deutschlandweit versorgt. Schon jetzt gibt es das bundesweite Projekt „Pednet-LC“, in dem 65 Kliniken und Forschungsinstitute zusammen an der Verbesserung der Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen arbeiten. Zentraler Bestandteil sind 20 interdisziplinär arbeitende Forschungszentren. Bis Ende 2028 fördert das Bundesgesundheitsministerium das Projekt mit rund 41 Millionen Euro.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/news/warken-will-long-covid-betreuung-fur-jugendliche-ausweiten

Forschung

Immunologische Erklärung für Long COVID: daueraktive Monozyten

Eine aktuelle Studie des Centre for Individualised Infection Medicine, dem Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin in Hannover, hat einen wichtigen Baustein bei der Suche nach den Ursachen von Long COVID identifiziert. Bei Betroffenen ist demnach eine bestimmte Art von weißen Blutkörperchen (CD14⁺Monozyten) dauerhaft aktiviert, was einen andauernden, systemischen Entzündungsprozess verursacht. Dieser korrelierte mit typischen Symptomen wie Fatigue, Atemnot bei Belastung, eingeschränkter Lungenfunktion sowie Leistungseinbrüchen. Das Fazit der Forscher*innen: Long COVID sei biologisch erklärbar und beruhe vermutlich wesentlich auf einer systemischen Immunfehlregulation, die sich in dem Aktivierungszustand einer bestimmten Gruppe Monozyten zeigt, die Teil des angeborenen Immunsystems sind.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/infocenter/jede-impfung-zaehlt-4f92e069-9ff9-420b-a519-36e7a11aa4d2/long-covid-immunologisch-erklarbar-monozyten-im-dauer-alarmmodus

Forschung

Forschende entdecken Parallelen zwischen Long COVID und Alzheimer

Eine aktuelle Studie der NYU Grossman School of Medicine zeigt, dass bei Menschen mit Long COVID der sogenannte Plexus Choroideus, ein Gefäßsystem im Gehirn, das Hirnwasser produziert, verändert ist: Er ist vergrößert, aber schlechter durchblutet. Diese Veränderungen gehen mit erhöhten Plasmakonzentrationen verschiedener neurodegenerativer Marker im Blut einher, die auch bei Menschen mit Alzheimer vorkommen. Im nächsten Schritt wollen die Forschenden die Patient*innen weiter beobachten, um herauszufinden, ob sich an den Veränderungen im Gehirn ablesen lässt, wer langfristig kognitive Beeinträchtigungen entwickelt.

Zum Artikel: https://www.aerzteblatt.de/news/long-covid-plexus-choroideus-pathologie-und-parallelen-zur-alzheimerkrankheit

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