Long COVID-News

Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.

Recht

Urteil: Gesetzliche Krankenkassen müssen bestimmte Präparate für Chronisches Fatigue Syndrom bezahlen

Ein 59-Jähriger mit Chronischem Fatigue-Syndrom hat vor dem Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen gegen seine gesetzliche Krankenkasse geklagt. Er hatte die Bewilligung einiger Medizinprodukte, Medikamente, Nahrungsergänzung- und Naturheilmittel beantragt und war damit bei seiner Versicherung aus unterschiedlichen Gründen gescheitert – etwa weil die Produkte nicht im Leistungskatalog enthalten, nicht für seine Erkrankung zugelassen, nicht apothekenpflichtig oder nicht verschreibungspflichtig waren. Oder weil die medizinisch-wissenschaftlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Das Gericht hat die Kasse zur Übernahme eines großen Teils der beantragten Präparate verpflichtet. Ausschlaggebend waren ein Sachverständigengutachten und die Tatsache, dass der Betroffene sich aufgrund der Schwere der Erkrankung in einer hoffnungslosen Lage befinde. Aus diesem Grund reiche eine medizinische Mindestevidenz aus, entschied das Gericht.

Zum Artikel:
https://www.deubner-recht.de/news/sozialrecht/details/artikel/gkv-leistungen-bei-chronischem-fatigue-syndrom.html

Forschung

Neue Erkenntnisse zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen

Im Mai 2026 hat ein internationales Forschungsteam eine Studie im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht, die Long COVID bei Kindern und Jugendlichen aus biologischer Perspektive beleuchtet. Für die Studie wurden 74 Kinder und Jugendliche mit schwerem Long COVID sowie eine Kontrollgruppe über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren untersucht. Ein zentrales Ergebnis: Die Forschenden fanden messbare biologische Unterschiede (Untergruppen) zwischen den Betroffenen, abhängig davon, wie lange sie schon erkrankt waren, ob sie zuvor das Pfeiffersche Drüsenfieber hatten und welche Immunmarker ihr Blut zeigte. Die identifizierten biologischen Muster könnten künftig als Prognosen für den Krankheitsverlauf genutzt werden mit dem Ziel, Kinder mit Long COVID besser an ihre individuellen Voraussetzungen angepasst zu behandeln.

Zur Studie:
https://www.nature.com/articles/s41467-026-72224-y


Zum Artikel:
https://www.aerzteblatt.de/news/long-covid-bei-jungen-menschen-ist-keine-einheitliche-erkrankung-2e5e1714-91fa-41d7-81be-ca699fe1fdf7

Studienteilnahme

Studie in Erlangen untersucht Ursachen und Diagnosemöglichkeiten postinfektiöser Erschöpfungssyndrome bei Kindern und Jugendlichen

Die PRISMS-Studie (Pediatric Research on Immune Signatures in ME/CFS & Post COVID/-VAC Patients) der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen erforscht Ursachen und Diagnostikmöglichkeiten bei postinfektiösen Erschöpfungssyndromen. Im Fokus stehen Störungen der Mikrozirkulation und schädigende Antikörper, die möglicherweise die Erkrankung beeinflussen. Zur Studie gehört eine umfassende Diagnostik mit Blutentnahmen, körperlichen Untersuchungen sowie nicht-invasiven Augenuntersuchungen. Die Teilnahme ist für leicht bis moderat Betroffene an einem Tag möglich, für schwerer Betroffene kann die Untersuchung auf bis zu drei Tage verteilt werden. Ziel der Studie ist die Entwicklung eines klinischen und diagnostischen Testpakets, das durch objektivierbare Kriterien die Diagnose fassbarer und sichtbarer macht.

Interessierte melden sich mit dem Stichwort „PRISMS“ unter recover.au@uk-erlangen.de

Studienteilnahme

EMOPROM-Projekt sucht Teilnehmer*innen für Online-Befragung

EMOPROM ist eine Langzeitstudie, die von vier Universitätskliniken durchgeführt wird. Ziel ist es, Diagnostik und symptomatische Behandlung von Post-COVID-Betroffenen zu verbessern. Ein Teilprojekt untersucht nun in einer Befragung, wie sich die Symptome über den Zeitraum von 18 Monaten entwickeln und wie sie die Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und körperliche und psychische Gesundheit beeinflussen. Außerdem werden Erfahrungen in Diagnostik und Behandlung abgefragt. Die Befragungen werden online zu vier Messzeitpunkten durchgeführt.

Kontakt über Stephan Frisch oder Sandra Hillebrecht (emoprom.psychosomatik@uniklinik-ulm.de)

Mehr Informationen:
https://www.psychosomatik.uk-erlangen.de/forschung/forschungsprojekte/emoprom/emoprom-studieninformationen/#c104814

Studienteilnahme

Online-Umfrage zur sexuellen Funktion und Zufriedenheit bei Menschen mit Long COVID

Der Long-COVID-Versorgungsdienst des Centre Hospitalier Neuropsychiatrique (CHNP) in Luxemburg führt eine Online-Umfrage zur sexuellen Funktion und Zufriedenheit von Menschen mit Long COVID durch. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen von Long COVID auf die sexuelle Gesundheit besser zu verstehen und damit zur wissenschaftlichen Erkenntnis beizutragen sowie die Entwicklung zukünftiger Unterstützungsangebote und gesundheitlicher Interventionen zu fördern. Die Teilnahme erfolgt anonym und online. Die Umfrage ist in fünf Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch.
 

Zur Umfrage: https://form.dragnsurvey.com/survey/r/28674bbb

Studienteilnahme

TRIBAL-Studie sucht Teilnehmer*innen für trainingsbasierte Long-COVID-Therapie

Die TRIBAL-Studie (individualisert-trainingsbasierte Behandlung von Long-COVID) des S.P.O.R.T. Instituts entwickelt in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln ein individuelles, stufenspezifisches Trainingsprogramm, um Fatigue, Wohlbefinden und Lebensqualität von Long COVID-Betroffenen zu verbessern. Ziel ist es, durch ein personalisiertes Trainingskonzept die Symptome zu reduzieren und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern. Erste Ergebnisse zeigen bereits eine signifikante Verbesserung des Allgemeinzustands der Teilnehmenden. Die Therapie kann direkt am S.P.O.R.T. Institut in Overath (nahe Köln) oder bei zertifizierten Partner-Praxen in ganz Deutschland begonnen werden.

Mehr Infos: https://www.sportinstitut.net/haeufige-fragen/tribal-long-covid-therapie

Interessierte wenden sich an info@sportinstitut.net oder telefonisch an 02204 – 50 89 740

Studienteilnahme

Umfrage zu Klima und Gesundheit

An unserer Umfrage „Wie das Klima Ihre Gesundheit beeinflusst“ haben über 1.500 Personen teilgenommen. Dafür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken! Durch diese Unterstützung konnten wir viele wertvolle Einblicke in die Erfahrungen und Bedürfnisse von Menschen im Zusammenhang mit Klima, Gesundheit und digitalen Angeboten gewinnen. Beispielsweise trifft die klimabedingte Gesundheitsbelastung alle Altersgruppen gleichmäßig, wobei wechselhaftes Wetter und Hitze am stärksten wirken. Erste Anlaufstelle für Informationen ist das Internet – hier informieren sich über 60% der von Klima Belasteten wöchentlich oder täglich.

Bei Interesse ist eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse über diesen Link einsehbar: https://new-media-projects.de/clife-ergebnisse/ (Passwort: Clife2026).

Forschung

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt will mit der „Nationalen Dekade“ die Forschung zu Long COVID und ähnlichen Erkrankungen vorantreiben. Über die kommenden zehn Jahre werden 500 Millionen Euro in verschiedene Forschungsprojekte und Studien investiert.

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Forschung
Aula Medica, Solna campus © Ulf Sirborn

Eine Studie des Karolinska-Instituts hat langfristige gesundheitliche Auswirkungen von Menschen untersucht, die nie wegen ihrer COVID-19-Infektion im Krankenhaus waren. Unter denjenigen mit mildem Verlauf, die wegen anhaltender Beschwerden Hilfe suchen, blieben Symptome häufig lange bestehen.

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Forschung

Ein Überblicksartikel von Forscher*innen der Vanung University Taiwan im Fachmagazin „Frontiers in Rehabilitation Sciences“ fasst aktuelle Erkenntnisse zu Rehabilitation bei Long COVID zusammen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Human Factors Engineering (HFE) – einem Ansatz, der Therapien nutzerfreundlicher und individuell anpassbar macht.

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