Long COVID-News

Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.

Therapie

In der Post COVID-Ambulanz der Universitätsklink Marburg kümmert sich ein interdisziplinäres Team aus Kardiolog*innen, Lungenärzt*innen, Nervenärzt*innen und Psycholog*innen um die Betroffenen. Im Speziellen werden in der Ambulanz von Prof. Bernhard Schieffer auch die teils dramatischen Folgen einer COVID-19-Impfung behandelt. Sie sind zwar weitaus seltener, nehmen jedoch einen ähnlichen symptomatischen Verlauf. Die klinische Arbeit wird wissenschaftlich begleitet, um den Ursachen von Post COVID auf den Grund zu gehen.

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Studienteilnahme

Die Universitätskliniken in Tübingen, Würzburg und Kiel untersuchen in einer Studie, ob das entzündungshemmende Medikament Kortison sowie hoch dosierte B-Vitamine (B1, B6, B12) die anhaltenden Beschwerden nach einer Covid-19-Infektion lindern können. Kortison wird etwa bei rheumatischen Erkrankungen und chronischen Entzündungsprozessen verwendet, B-Vitamine unterstützen die Nervenfunktion.
Kontakt zum Studienteam ist telefonisch unter 07071 2985334 oder per E-Mail an PreVitaCOV@med.uni-tuebingen.de möglich.

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Studienteilnahme

Das Multicenter-Forschungsprojekt „PoCoRe“ möchte einen Beitrag dazu leisten, das Krankheitsbild Post COVID besser zu verstehen und die Reha-Behandlung zu optimieren. Probanden können im Rahmen ihrer Rehabilitation an dem Forschungsvorhaben teilnehmen und damit helfen, dass sie und andere Betroffene gezielter und besser behandelt werden können. Für die Studie werden Betroffene mit Fatigue/Erschöpfung, Post-Exertional Malaise, Atembeschwerden, Konzentrations- und Denkproblemen („brain fog“), psychosozialen Folgen und insbesondere depressiven Syndromen gesucht.
Interessierte können sich im Zentrum für Pneumologie und Psychosomatische Medizin am Universitätsklinikum Regensburg bei Ida Montanari unter ida.montanari@ukr.de melden.

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Studienteilnahme

In einer gemeinsamen Studie planen das Zentrum für Naturheilkunde und Integrative Medizin sowie die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen, die Wirkung naturheilkundlicher Selbsthilfestrategien für Patient*innen mit Post COVID wissenschaftlich zu untersuchten. Die Studie beinhaltet Themen wie Ernährung, achtsame Bewegung, Pflanzenheilkunde, Kneipp’sche Wasseranwendungen und Entspannung. Sie zielen darauf ab, den Körper in seiner Selbstregulation zu unterstützen.
Interessenten können sich bei Frau Nhi Cao vom Zentrum für Naturheilkunde und Integrative Medizin unter 0176 47104822 oder per Mail unter nhi.cao@uk-essen.de melden.

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Forschung

Eine umfassende Überblicksstudie aus den USA ergab, dass etwa zehn Prozent der bislang 651 Millionen weltweit offiziell gezählten SARS-CoV-2-Infizierten anhaltende Symptome aufweisen. Für Deutschland wird geschätzt, dass mindestens eine Million Menschen von Long COVID betroffen sind. In der Studie wird zudem auf den dringenden Bedarf der bislang unzureichenden Diagnose- und Behandlungsoptionen hingewiesen. Die Autor*innen merken an, dass dringend klinische Studien erforderlich seien. Hierbei sollten Therapieoptionen getestet werden, die sich mit den derzeit vermuteten, Long COVID zugrunde liegenden biologischen Mechanismen befassen, darunter der Verbleib des Virus im Körper, Entzündungen des zentralen Nervensystems, übermäßige Blutgerinnung oder Autoimmunreaktionen.

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Forschung
Universität Linköping

Forschende an der Universität Linköping haben einen genetischen Biomarker für Long und Post COVID entdeckt. Identifiziert wurde eine sogenannte DNA-Methylierung, eine Veränderung chemischer Anhänge am Erbgut weißer Blutkörperchen. Derartige, sogenannte epigenetische Modifikationen, beeinflussen generell die Aktivität von Genen. Viele dieser Erbgutveränderungen konnten hier spezifischen Genen und Signalwegen zugeordnet werden, die für Long und Post COVID relevant sind. Sie betreffen unter anderem das Riechsystem und die Funktion der Mitochondrien, sprich der „Energiekraftwerke“ der Zellen. Dies gibt zudem Hinweise auf Parallelen zum Chronischen Fatigue-Syndrom.

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Forschung

In einer an der An-Najah National University in Nablus durchgeführten Studie – erschienen im Fachjournal „Nature“ – wurde der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Long COVID-Symptomen und der COVID-19-Impfung untersucht. Der Studie zufolge entwickelten nicht geimpfte Patient*innen mit fast siebenfach höherer Wahrscheinlichkeit Long COVID-Symptome als geimpfte Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich eine COVID-19-Impfung auch risikominimierend hinsichtlich einer Long COVID-Erkrankung auswirkt.

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Therapie
Universitätsklinikum Jena – © Michael Szabó/UKJ

Zahlreiche Berichte über Erfolge bei der Behandlung von Long COVID durch eine „Neutralisation“ von Autoantikörpern beziehen sich insbesondere auf das H.E.L.P.-Aphereseverfahren – bekannt als sogenannte „Blutwäsche“. Wissenschaftler*innen am Universitätsklinikum Jena untersuchten die Erfolge der Apherese in einer Fallserie mit zehn Proband*innen. Die Ergebnisse zeigten, dass sich mittels Immunadsorption zwar nachweisbare Effekte erzeugen ließen, diese jedoch nicht zu einer objektiven Symptomlinderung geführt haben. Weder die gesundheitsbezogene Lebensqualität noch die subjektive Zufriedenheit konnten bedeutend verbessert werden.

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Therapie

Im Deutschen Ärzteblatt wird darüber berichtet, wie die Rolle psychosozialer Faktoren bei Long COVID missachtet werde. Die Autoren beschreiben, dass das biopsychosoziale Krankheitsmodell zu den elementaren Erkenntnissen der Medizin gehört, nach denen jede Krankheit auch psychosoziale Folgen hat. Sie empfehlen daher eine „kritisch abwägende Diskussion, die sich mit allen Faktoren individueller Krankheitsentstehung bei Long COVID beschäftigt“.

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Forschung

Die Arbeitsgemeinschaft Patien*innenvertretung des Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) sucht weitere Interessierte

Um Forschung ziel- und passgenau auf die Bedürfnisse von Patient*innen abzustimmen, bedarf es eines regelmäßigen Austauschs zwischen Betroffenen und Forschenden. Deswegen hat das im Rahmen der COVID-19 Pandemie gegründete Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) die Arbeitsgemeinschaft Patient*innenvertretung ins Leben gerufen. Sie bietet Raum für regelmäßige Treffen, sodass Betroffene die Möglichkeit haben, ihre Perspektiven in die Forschung einzubringen. Möglich ist beispielsweise die Mitarbeit an einzelnen Forschungsprojekten oder wissenschaftlichen Fragestellungen sowie an der Herausgabe von Datensätzen.
Bei Interesse melden Sie sich gerne unter fosa@nukleus.netzwerk-universitaetsmedizin.de.

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