
Long COVID-News
Wir recherchieren und veröffentlichen aktuelle, qualitätsgesicherte Informationen zum Stand der Forschung und zu Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten beim Long COVID-Syndrom.
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Antiallergisches Nasenspray könnte Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen signifikant senken
In einer Placebo-kontrollierten Studie mit 450 Teilnehmer*innen an der Universität des Saarlandes wurde eine positive Wirkung des Arzneistoffs Azelastin (Antihistaminikum) nachgewiesen. Lediglich 2,2 Prozent infizierten sich mit SARS-CoV-2, während der Anteil in der Gruppe, die ein Placebo-Medikament erhielt, dreimal so hoch war. Auch wurden weniger symptomatische SARS-CoV-2-Verläufe sowie eine insgesamt geringere Anzahl von Atemwegsinfektionen festgestellt. In weiteren Studien sollte nun erforscht werden, ob das Nasenspray für Risikogruppen oder in Hochinzidenzphasen eine einfach zugängliche Ergänzung zu bestehenden Schutzmaßnahmen darstellen könnte.
Zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2838335
„Die Zeit zu handeln ist jetzt. Die Last der Untätigkeit wird weiterhin vielen Menschen großes Leid zufügen und Gesellschaften, Volkswirtschaften und Gesundheitssysteme stark belasten.“ So lautet das Fazit der Erklärung von weltweit führenden Expert*innen, Ärzt*innen, Gesundheitsdienstleister*innen und Wissenschaftler*innen zu den Herausforderungen von ME/CFS und Long COVID. In der Deklaration wird gefordert, die biomedizinische Forschung deutlich […]
weiterlesenIn einer US-amerikanischen Studie wurden in einer Gruppe von Long COVID-Patient*innen mit anhaltendem Brainfog und kognitiven Problemen zwei veränderte, das Gehirn betreffende Biomarker festgestellt. Mit diesen im Blut messbaren Merkmalen einher gehen eine geringere Stressanpassungsfähigkeit des Gehirns sowie erhöhte Entzündungswerte. Darüber hinaus wiesen die Erkrankten deutliche Schwächen der sogenannten „Phonematischen Flüssigkeit“ auf. Sie hatten Schwierigkeiten, […]
weiterlesenHochdosiertes Vitamin B3 beschleunigt die Genesung bei leichter bis mittelschwerer COVID-19-Infektion
In einer placebokontrollierten klinischen Studie mit 900 COVID-19-Patient*innen konnte mittels der patentgeschützten CICR-NAM-Tablette die Wirksamkeit von gezielt im Darm freigesetztem Nicotinamid gezeigt werden. Nicotinamid ist eine Form von Vitamin B3 und kann das Darmmikrobiom positiv beeinflussen, Vitaminmangel ausgleichen und bestimmte Stoffwechselprozesse verstärken. Die behandelten Erkrankten erlangten innerhalb von zwei Wochen schneller ihre normale körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag zurück als Proband*innen, die ein Placebo erhielten. Das Forscherteam konnte bei der Nachbefragung nach sechs Monaten beobachten, dass Patient*innen, die ein höheres Risiko für Post COVID hatten und auf Nicotinamid ansprachen, weniger Post COVID-Symptome zeigten, wenn sie rechtzeitig behandelt wurden.
Hinweis: das Medikament ist nicht geeignet, Long COVID zu heilen. Es kann jedoch dabei unterstützen, dass nach einer COVID-19-Infektion weniger Post COVID-Symptome entstehen.
Zur Studie: https://www.nature.com/articles/s42255-025-01290-1
Long COVID-Symptome bei Kleinkindern
Long COVID-Symptome bei Kindern, Kleinkindern oder im Vorschulalter können sich von den Symptomen bei Erwachsenen und älteren Kindern unterscheiden. Die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie aus Bosten zeigten, dass Säuglinge und sehr junge Kinder (< 2 Jahre) eher unter Schlafproblemen, schlechtem Appetit, Husten und Atemnot litten. Kinder im Vorschulalter (3 bis 5 Jahre) hingegen hatten eher trockenen Husten und Tagesmüdigkeit bzw. weniger Energie im Alltag.
Zum Bericht: https://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/article-abstract/2834480
Lungenerkrankung
Forschende an der University of Virginia School of Medicine, USA, haben 110 Long COVID-Patient*innen untersucht, von denen die meisten zuvor mit schwerem COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert und viele während ihres Aufenthalts beatmet wurden. Im Blut dieser Patient*innen wurden unterschiedliche Veränderungen des Immunsystems festgestellt, die mit der Schwere der jeweiligen Lungenschäden in Verbindung standen. Dabei zeigte die beobachtete Vielfalt von Immunmustern, wie unterschiedlich die zugrunde liegenden „Treiber“ von Long COVID sein können – sogar bei Patienten mit dem gleichen Symptom. Durch diese Erkenntnisse ließen sich laut Forscherteam zukünftig maßgeschneiderte und effektivere Behandlungen von Lungenkomplikationen bei Long COVID entwickeln.
Mehr unter: https://www.nature.com/articles/s41590-025-02110-0
Vortrag zur Nikotinpflaster-Therapie beim Long COVID-Syndrom
Im Juni berichteten wir in den Long COVID-News darüber, dass Nikotinpflaster Long COVID-Symptome lindern könnten. Am 14. August 2025 hat Dr. med. Marco Leitzke vom Helios Park-Klinikum Leipzig nun in einem Vortrag Mechanismen, Zusammenhänge und Praxisanwendung der Nikotinpflastertherapie vorgestellt. Ein Mitschnitt des Livestreams ist auf dem YouTube-Kanal des Helios Park-Klinikums Leipzig verfügbar.
Zum Vortrag: https://www.youtube.com/live/E0Yb6FLEzR8
Weniger als ein Drittel der Long COVID-Betroffenen erholen sich von ihren Symptomen
In der Studie EPILOC (Epidemiologie von Long COVID) der Universitätskliniken Ulm, Freiburg, Heidelberg und Tübingen wird von fortdauernden Einschränkungen auch im zweiten Jahr der Erkrankung berichtet. Die häufigsten Symptome waren Fatigue, neurokognitive Störungen, Kurzatmigkeit sowie Angst, Depressionen und Schlafprobleme. Dabei zeigten die Laborwerte wiederum keine Auffälligkeiten in Bezug auf eine SARS-CoV-2-Persistenz oder Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus. Die Studienautor*innen schlussfolgern, bei künftigen Forschungsstudien insbesondere den Stoffwechsel/Entzündungsprozesse im Nervengewebe, den Skelettmuskelstoffwechsel sowie Atemstörungen in den Fokus nehmen zu müssen.
Zur Studie: https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1004511
PIMS bei Kindern und Jugendlichen ist auf Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus zurückzuführen
PIMS (Pediatric Inflammatory Multisysteme Syndrome) ist eine schwere Entzündungsreaktion, die bei Kindern (meist älteren Jungen) 3 bis 4 Wochen nach einer COVID-19-Infektion auftreten kann. Es zeigen sich unter anderem Fieber, Schmerzen, Erbrechen und Ausschlag gepaart mit hohen Entzündungswerten. Nun stellten Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Leibniz-Instituts (Deutsches Rheuma-Forschungszentrum) fest, dass bei betroffenen Kindern eine zuvor bestehende, ruhende Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus wieder aktiv wird. Die Erkenntnisse eröffnen neue Therapiemöglichkeiten, möglicherweise nicht nur für PIMS.
Mehr unter: https://www.nature.com/articles/s41586-025-08697-6
Reduziertes Risiko für Long COVID durch COVID-19-Impfung
Recherchen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) haben ergeben, dass sich das Risiko für Long COVID bei Erwachsenen mit einer vollständigen Impfung vor der SARS-CoV-2-Infektion um etwa 27 Prozent reduzieren lässt. Damit wurde ein weiteres Mal gezeigt, dass Impfungen sowohl vor den schweren Folgen einer akuten Corona-Erkrankung schützen, als auch dazu beitragen können, das Risiko für Langzeitfolgen zu verringern.
Mehr unter: https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events/covid-19-vaccination-reduces-risk-long-covid-adults