Therapie

Zwei erfolgversprechende Ansätze zur Behandlung von Long COVID

US-Mediziner*innen aus Florida berichten von drei Patient*innen mit schweren Long COVID-Symptomen, die sich zum wiederholten Mal mit SARS-CoV-2 infiziert hatten. Den Patient*innen zwischen 43 und 63 Jahren wurde das Medikament Casirivimab/Imdevimab (Handelsname Ronapreve) einmalig verabreicht, woraufhin eine vollständige Rückbildung aller Long COVID-Symptome innerhalb einer Woche beobachtet wurde. Das Medikament zählt zu den sogenannten monoklonalen Antikörpern, die sich an das Virus anheften und das Eindringen in die Körperzellen verhindern sollen.

Ob sich aus diesen drei Fällen eine wirksame Long COVID-Behandlung mittels Verabreichung monoklonaler Antikörper-Infusionen ableiten lässt, soll nun weiter erforscht werden. Das Team um Kenneth Scheppke vom Florida Department of Health hofft darauf, dass weitere positive Behandlungsfälle gefunden werden.

Probiotika für den Darm zeigten Erfolge bei Long COVID

In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie in Hongkong wurde 232 Patient*innen mit Long COVID das probiotische Präparat „SIM01“ verabreicht. Nach sechs Monaten erfuhren diese – im Vergleich zur Placebo-Gruppe – eine häufigere Linderung der Long COVID-Symptome sowie eine Verbesserung der Alltagsaktivitäten.

Die Forschenden konnten nachweisen, dass die Verabreichung des Präparats zu einer verbesserten Zusammensetzung der Darmmikrobiota (vormals als Darmflora bezeichnet) führte. Das menschliche Darmmikrobiom umfasst bis zu 2000 verschiedene Bakterienarten, wovon sich rund 300 bei jedem Menschen finden. Bei Long COVID-Betroffenen verändert sich jedoch häufig die Zusammensetzung – beispielsweise durch eine verminderte mikrobakterielle Vielfalt.

Bei den Studienteilnehmenden steigerte sich die Fülle der „nützlichen“ Bakterien; gleichzeitig konnten die Bakterien, die mit einer Post-COVID-Erkrankung im Zusammenhang stehen unterdrückt werden. Die Darmmikrobiota kommuniziert über mehrere Wege mit dem Gehirn. Um die genauen Mechanismen bei Symptomen wie Gedächtnisverlust und Konzentrationsschwierigkeiten noch besser zu verstehen, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Weiterführende Informationen:

Zur US-Studie https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S073567572300534X

Zur Studie aus Hongkong: https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(23)00685-0/fulltext