Forschung

Weltweit mehr als 65 Millionen Menschen von Long COVID betroffen

Im Januar 2023 wurde in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Microbiology“ eine umfassende Überblicksstudie aus den USA zu Long COVID veröffentlicht. Sie ergab, dass rund zehn Prozent der bis dato weltweit offiziell gezählten 651 Millionen SARS-CoV-2-infizierten Personen an anhaltenden Symptomen litten. Allein in Deutschland wird von über einer Million Long-COVID-Betroffenen ausgegangen.

Das Forscherteam identifizierte zudem mehr als 200 Symptome, welche zum Long COVID-Syndrom gezählt werden können. Long COVID ist damit eine multisystemische Erkrankung mit Auswirkungen auf verschiedene Körperorgane. Sie umfasst etwa auch Symptome der Myalgischen Enzephalomyelitis und des Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS), Erkrankungen des autonomen Nervensystems oder Gefäß- und Gerinnungsanomalien.

Für die Studie analysierten die Forschenden die aktuelle Wissenschaftsliteratur zu Long COVID. Hierbei berücksichtigten sie zudem Überschneidung zu anderen Erkrankungen, den zeitlichen Beginn der Symptome, Long COVID bei Kindern sowie die Auswirkungen von Impfungen. Inzwischen hat die biomedizinische Forschung deutliche Fortschritte sowohl bei der Identifizierung verschiedener krankhafter Veränderungen und Risikofaktoren, als auch bei der Charakterisierung der Krankheit gemacht.

Für ihren Fachartikel werteten die Forschenden die aktuelle Studienlage rund um Long COVID aus. Dabei bezogen sie auch Ergebnisse aus der langjährigen Forschung zur Myalgischen Enzephalomyelitis und dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) mit ein.

In der Studie wird darüber hinaus auf die derzeit noch unzureichenden Diagnose- und Behandlungsoptionen hingewiesen. Die Autor*innen merken an, dass dringend klinische Studien erforderlich seien, in denen entsprechende Behandlungs- und Therapieoptionen getestet werden, die sich gezielt mit den vermuteten, Long COVID zugrunde liegenden Mechanismen befassen. Hierzu zählen der Verbleib des Virus im Körper, Entzündungen des Nervensystems, eine übermäßige Blutgerinnung und Autoimmunreaktionen.

Weiterführende Informationen: https://www.nature.com/articles/s41579-022-00846-2

Diesen Beitrag teilen: